Während der Verfassungskampagne 2005 haben wir uns stark für den europäischen Verfassungsvertrag eingesetzt. Wir konnten dabei sehen, wie sehr das Thema Europa, auch 13 Jahre nach der Volksabstimmung des Maastricher Vertag, den Dialog zwischen den Bürgern anregen kann. Das blieb natürlich der einzige positive Punkt in Anbetracht des Sieges der Extremisten und ihrer nationalistischen Argumente.
Seit diesem, für uns unbefriedigenden Ergebnis, weisen wir auf die institutionelle Krise hin, die Europa seitdem erfährt. Es ist nicht von der Hand zu weisen, wie sehr das Thema Europa von den Regierenden ohne jegliche, befriedigende Rechtfertigung zur Seite geschoben wurde. Man könnte glauben, dass Europa weder die Priorität der neuen Regierung ist, noch die der Opposition.
Die Wahl des letzten Haushalts der EU war katastrophal: Versteckte Verhandlungen zwischen den Regierungen und Beitragsverringerung eines jeden Staates. In dem Moment, als Umfragen zeigten, dass unsere Mitbürger zwar nicht ihre Meinung zum Verfassungsvertrag geändert hatten, aber viele doch die Notwendigkeit einer europäischen Verfassung sahen und unterstützten, wurde weder eine Vorlage an die Bevölkerung, noch an unsere europäischen Partner gemacht, um Europa wieder anzukurbeln.
Mit den neuen Präsidentschaftswahlen hatten wir gehofft, politische Persönlichkeiten zu erhalten, die sich wieder mehr für unsere Forderungen einsetzen; zumal wir dieses Jahr 50 Jahre Römische Verträge feiern. Leider haben nur die Extremisten aus Europa ein zentrales Thema ihrer Kampagne gemacht, indem sie den freigelassenen Raum dazu nutzten sich gegen Europa auszusprechen und alte Grenzen wieder herstellen zu wollen. Die anderen Kandidaten sagten zu diesem Thema nur wenig.
Die meisten der Kandidaten haben sicherlich hier und da Vorschläge zur Zukunft Europas gemacht und sie unterschieden sich darin oft erheblich. Doch trotzdem bleibt das Thema für uns, die „Euro-generation“, in dieser Wahlkampagne, in der vor allem die Nationale Identität Oberhand gewinnt, zu wenig beachtet.
Deshalb rufen wir die Politiker und Politikerinnen dazu auf sich nicht mit dieser Pseudokampagne zu Europa zufrieden zu geben. Früher oder später muss Stellung genommen und Antworten gebracht werden:
- Wiederaufnahme des Verfassungsprozesses
- Europarat im Juni
- EU-Präsidentschaft Frankreichs im zweiten Halbjahr 2008
- Wahl des neuen Europaparlaments 2009
Die JEF France verlangt daher, dass der neue Präsident oder die neue Präsidentin Frankreichs bald möglichst (zum Beispiel anlässlich des Europatages am 9. Mai) zu ihren Europa-Vorhaben Stellung nimmt.
Die JEF France erinnert außerdem daran, dass die EU an einem doppelten Defizit leidet, sowohl was die Demokratie, aber auch ihre Wirkungskraft betrifft. Eine institutionelle Reform ist unbedingt notwendig und sollte die Bürger mit berücksichtigen. Die JEF France ruft den neuen Präsidenten dazu auf, Position zu der Referendumskampagne zu beziehen, die zeitgleich zu den Europawahlen 2009 stattfinden soll.
Unsere „Euro-generation“ ist von der Präsidentschaftskampagne enttäuscht. Europa verdient mehr als sporadische, flüchtige Anspielungen.
Aus diesen Gründen sind die Jungen Europäer Frankreichs nicht mit der Wahlkampagne zufrieden. Zumal europäische Fragen vollkommen ignoriert wurden.






